STOLPERSTEINE WANDSBEK

Hier geht es zu den von mir verfassten Stolpersteinbiografien:
Biografien A-H
Biografien I-K
Biografien L-S
Biographies in Englsh

Hier finden Sie Informationen über
Das Projekt Stolpersteine in Hamburg und Wandsbek
Im Sommer 2002 hat der Hamburger Peter Hess begonnen, für die Verlegung von Stolpersteinen in Hamburg zu werben und versucht, das Gedenkprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig hier zu etablieren. Er traf sogleich auf offene Ohren bei Offizielen und Privatleuten. Hamburger Bürger und Bürgerinnen setzten sich ehrenamtlich für die Verlegung der kleinen quadratischen Gedenkplaketten ein. Patenschaften von einzelnen oder Gruppen, von Schluklassen und Berufsverbänden wurden eingeworben. In der Erinnerungskultur schien ein frischerer Wind zu wehen. Durch die Stolpersteine wurden Menschen nicht nur zu Geschichtsforschern, sie wandten sich auch einer Thematik zu, die vielfach mit Berührungsängsten behaftet war, nämlich den im Nationalsozialismus ermordeten Menschen. Und sie verorteten dieses Wissen mit einer Adresse in ihrer Stadt, dort, wo die Stolpersteine ihren Platz finden sollten.
Ich habe Ende 2002 von dieser Idee erfahren, nachdem die Bezirksversammlung Wandsbek beschlossen hatte, die Verlegung von Stolpersteinen auf den städtischen Gehwegen zu genehmigen. 2003 habe ich mit den Recherchen begonnen und mich dabei auf denr jüdischen Bevölkerung Wandsbeks konzentriert. Das lag nahe, denn viele Namen waren mir bereits bekannt, schließlich hatte ich 1989 das Buch "Die Juden in Wandsbek" veröffentlicht. Eine gewisse Schwierigkeit bestand nun darin, die damaligen Adressen mit den heutigen in Übereinstimmung zu bringen, um die Stolpersteine möglichst genau zu platzieren. Das war manchmal gar nicht so einfach, schließlichhatten Kriegszerstörungen und Straßenumbenennungen an manchen Stellen das Straßenbild völlig verändert.
Im Jahre 2004 konnten die ersten Stolpersteine in Wandsbek verlegt werden, in den Jahren 2006 bis 2008 kamen weitere hinzu. Unter meiner Mitwirkungen sind es etwa 60 geworden, doch dabei sollte es nicht bleiben. Verschiedene Initiativen haben für Homosexuelle,für Opfer der Euthanasie oder für andere Opfergruppen Stolpersteine verlegt.
Die Bezirksversammlung Wandsbek hat das Projekt weiter unterstützt. Um auf die Stolpersteinidee aufmerksam zu machen und Patenschaften einzuwerben, haben die Grafikerin Eva-Maria von Nerling und ich einen Flyer mit 15 Namen und Adressen erstellt. Aus dieser Arbeit ist schließlich eine Präsentation mit Kurzbiografien hervogegangen, die den Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2005 bildete.
Etwa 2006 erschien das Buch von Beate Meyer mit Stolperstein-Biografien vom Hamburger Grindelviertel. Im selben Jahr entschloss sich Rita Bake von der Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg, Stadtteilbroschüren herauszubringen mit Biografien von NS-Opfern, für die bereits Stolpersteine verlegt waren oder in Kürze verlegt werden sollten. Bis 2013 sind mittlerweile 13 Bände erschienen (siehe (Liste).
Weitere Bände werden entstehen. Denn die Anzahl an Stolpersteinen beträgt hamburgweit über viertausend. Um das Erfolgsprojekt hat sich auch eine Agentur verdient gemacht und die in Hamburg verlegten Stolpersteine auf einem Stadtplan mit en Verlegeorten online gestellt: http://www.stolpersteine-online.com
Ferner hat eine Gruppe von Medienstudenten einige Biografietexte vertont, abzurufen unter http://www.stolpersteine-hamburg.de
Die zahlreichen Stolpersteine in der Stadt haben nicht nur positive Reaktionen hervorgerufen. Während mancher Verlegung gab es auch Kritik von Hausbewohnern oder Passanten, die sich von der augenfälligen Erinnerung in ihrer Straße gestört fühlten. So wurden Stolpersteine gleich nach der Verlegung entfernt, beschmiert oder gar zerstört, so geschehen 2013 im Stadtteil Rotherbaum, vor dem früheren Versorgungsheim Farmsen und vor der JVA-Gedenkstätte Fuhlsbüttel. Zu vermuten ist, dass der Vandalismus politisch oder schwulenfeindlich motiviert ist.
Dessen ungeachtet sollten die am Projekt Beteiligten - die Paten und die Rechercheure - nun auch mehr darauf achten, dass die Stolpersteine keinen vernachlässigten Eindruck machen.
Ende März 2016 hat Gunter Demnig den 5000. Stolperstein in Hamburg verlegt. .

Hier geht's zur Website der Hamburger Stolperstein-Initiative:
http://stolpersteine-hamburg.de Die Biografietexte sind online gestellt.











Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine für die Familie Beith, 2004 (Foto: Astrid Louven)

Bisher sind 13 Publikationen zu Stolpersteinen in Hamburger Stadtteilen erschienen:
"Stolpersteine in Hamburg-Eimsbüttel und Hamburg Hoheluft-West von Susanne Lohmeyer, Hamburg 2013

"Stolpersteine in Hamburg-Harburg und Hamburg-Wilhelmsburg, Hamburg 2912

"Stolpersteine in Hamburg-Rothenburgsort - Biographische Spurensuche" von Hildegard Thevs, Hamburg 2011

"Stolpersteine in den Hamburger Stadtteilen Billstedt - Horn - Borgfelde - Biographische Spurensuche", Hamburg 2011

"Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf und Hamburg-Hoheluft - Biographische Spurensuche"von Maria Koser/Sabine Brunotte, Hamburg 2011

"Stolpersteine in Hamburg-Barmbek und Hamburg-Uhlenhorst - Biographische Spurensuche" von Carmen Smiatacz, Hamburg 2010

"Stolpersteine in der Hamburger Isestraße - Biographische Spurensuche" von Christa Fladhammer und Maike Grünwaldt, Hamburg 2010

"Stolpersteine in Hamburg-St. Georg - Biographische Spurensuche" von Benedikt Behrens, Hamburg 2009

"Stolpersteine in Hamburg-St. Pauli - Biographische Spurensuche" von Christine Jungblut/Gunhild Ohl-Hinz, Hamburg 2009

"Stolpersteine in Hamburg-Winterhude - Biographische Spurensuche" von Ulrike Sparr, Hamburg 2008

"Stolpersteine in Hamburg-Wandsbek mit den Walddörfern - Biographische Spurensuche" von Astrid Louven/Ursula Pietsch, Hamburg 2008
hier online einzusehen: Biografien A-H Biografien I-K Biografien L-S

"Stolpersteine in Hamburg-Altona - Biographische Spurensuche" von Birgit Gewehr, Hamburg 2008.

"Stolpersteine in Hamburg-Hamm - Biographische Spurensuche" von Hildegard Thevs, Hamburg 2008

"Die Verfolgung und Ermordung der Hamburger Juden 1933-1945 - Geschichte. Zeugnis. Erinnerung" von Beate Meyer (2006) mit Stolperstein-Biografien des Grindelviertels.

Alle aufgeführten Publikationen können über die http://www.landeszentrale politische bildung hamburg Infoladen, Dammtorwall 1, bezogen werden.
Die Biographien sind online gestellt unter http://www.stolpersteine-hamburg.de

Am 7.4.2010 erhielten die AutorInnen und ForscherInnen, die Biografien zu den NS-Verfolgten Hamburgs erforscht bzw. veröffentlicht haben, vom Verein für Hamburgische Geschichte die Lappenberg-Medaille. Sie wird für "herausragende Verdienste" rund um die hamburgische Geschichte verliehen.
Allerdings blieben die etwa 30 Geehrten während der Veranstaltung namenlos. Sie werden auch in der später ausgestellten Urkunde nicht namentlich erwähnt, siehe Abbildung rechts. http://www.vfhg.de

Eine Ausnahme gibt es allerdings: die Selbst-Erwähnung, siehe Foto rechts unten.




Sie möchten Biografie-Preisträger werden? Laden Sie diese Urkunde herunter, drucken Sie sie als Farbkopie auf festem Glanzpapier aus. Fertig!




Die Lappenberg-Medaille. Hier mit der namenlos geehrten Wandsbek-Forscherin Astrid Louven.

Der 3000. Stolperstein ist am 22. April 2010 in Hamburg vor der Universität, Edmund-Siemers-Allee 1, verlegt worden. Insgesamt erinnern dort jetzt 10 Stolpersteine an ehemalige Hochschullehrer, die wegen ihrer jüdischen Herkunft oder aus politischen Gründen verfolgt wurden:
Dr. Ernst Delbanco
Hedwig Klein
Prof. Agathe Lasch
Prof. Gerhard Lassar
Dr. Martha Muchow
Prof. Dr. Kurt Perels
Hans Conrad Leipelt
Reinhold Meyer
Margarethe Rothe
Friedrich Geussenhainer




Gunter Demnig verlegt.

Stolpersteine in Wandsbek: Hier finden Sie Informationen über das Projekt, über Namen und Adressen, über die Möglichkeit, Patenschaften zu übernehmen.
Sie können sich auch über eine Präsentation und einen Flyer informieren mit dem Titel "Stolpersteine in Wandsbek - Erinnerungen an verfolgte Nachbarn".

s. Namenliste Stolpersteine in Wandsbek

Zu 54 deportierten WandsbekerInnen habe ich Biografien verfasst, die auf dieser Site nachzulesen sind. Das gedruckte Buch Stolpersteine in Hamburg-Wandsbek mit den Walddörfern können Sie über die Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg beziehen.

Unter http://www.stolpersteine-hamburg.de finden Sie Informationen über das Projekt, Hinweise, wie Sie sich für eine Patenschaft anmelden können sowie ein Verzeichnis der bisher auf Hamburger Gebiet verlegten Stolpersteine.
Ferner finden Sie dort Termine der nächsten Verlegungen.

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gefertigte Stolpersteine in G. Demnigs Auto, 2006

Es sind die Worte "Hier wohnte", gefolgt von den Namen und Schicksalsdaten der deportierten NS-Opfer, die einige Passanten innerlich stolpern und auf einem Gehweg innehalten lassen, während sich andere auf etwas gestoßen fühlen könnten, was sie lieber ignorieren würden.
Sich den 10 mal 10 Zentimeter großen Messingtafeln mit der vom Künstler Gunter Demnig eingestanzten Schrift zu entziehen, dürfte umso schwerer fallen, je mehr Stolpersteine existieren. Die Plaketten werden plan vor den Häusern im öffentlichen Straßenraum auf Dauer verlegt.

Sie können das Gedenken in unsere unmittelbare Lebensmitte rücken, ebenso den Blick auf ein vertrautes Umfeld und das Bewusst-Sein der Anwohner verändern: Aus unserer Straße, unserem Haus wurde jemand deportiert, vielleicht sogar aus meiner Wohnung...?
Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Paten können Privatpersonen werden, aber auch Vereine, Schulen, Schulklassen, Städte, Stadtteile, Parteien, Stiftungen, Firmen etc.

Die Patenschaft für einen Namen kostet 95 Euro inklusive aller Vor- und Verlegearbeiten. Mit dem Verlegen gehen die Steine als Schenkung in den Besitz der Stadt bzw. der Gemeinde über.
Die Hamburger Initiative für Stolpersteine in Hamburg wurde von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Hamburg mit dem Max-Brauer-Preis 2004 geehrt.

Mittlerweile erinnern über 4000 Stolpersteine an ehemals in Hamburg verfolgte NS-Opfer.


5 Stolpersteine in der Königsreihe 32