FRIEDHOF JENFELDER STRAßE

Friedhof Jenfelder Straße
Als Nachfolger des alten Friedhofs 1887 eingerichtet, diente der Platz bis 1942 als Begräbnisstätte. Von dem einstigen Grundstück in imposanter Größe und beschaulich anmutender Baumlandschaft ist nur noch eine pflegeleichte Rasenfläche mit einzelnen Originalgrabsteinen und einer Linden-Reihe geblieben. Im Sommer 1887 wurde der Friedhof seiner Bestimmung übergeben. Eine hohe Mauer umfasste den Friedhof und das Reserveland (bis zu 1000 Gräbern).
Neben regulären Gemeindemitgliedern, die in Wandsbek wohnten, konnten sich auch jene als freiwillige Mitglieder Grabplätze sichern, die fortgezogen waren oder deren nahe Angehörige dort begraben waren.
Ein Begräbnis kostete rund 100 Mark. Ab 1919 konnten auch die im Judentum umstrittenen Urnenbeisetzungen stattfinden, ein Hinweis auf die liberale Haltung der Gemeinde.
Insgesamt fanden 143 Bestattungen statt, darunter auch Elias Philipp. Der Gemeindevorsteher und angeheiratete Onkel von Sigmund Freud war 1898 auf dem Grindelfriedhof beerdigt worden. Bei dessen Auflassung 1937 wurde exhumiert und die sterblichen Überreste auf andere jüdische Friedhöfe überführt.
1942, das letzte Grab: die Urne von Mary Pünjer. Sie war Häftling im KZ Ravensbrück und bei einer Selektionsmaßnahme ermordet worden.
103 Gräber sind heute noch auffindbar. Die Inschriften der 44 noch erhaltenen Grabsteine sind in hebräischer und deutscher Sprache (Rückseite); die 59 Kissenplatten sind auf Deutsch beschriftet.

Zwangsverkauf und Rückerstattung

Jüdische Friedhöfe

Friedhof Königsreihe

Familiennamen der Verstorbenen